AUSWAHL

2006
Les Grandes Dames de la Méditerranée–
15 Jahre "Wie es ihr gefällt"

Das Musikerinnenfestival „Wie es ihr gefällt" gehört seit 15 Jahren zu den herausragenden Veranstaltungsreihen Berlins. Aus dem Reichtum der Konzert-Highlights der letzten Jahre und dem spannenden Jointventure erfolgreicher Berliner Veranstalterinnen hat sich für 2006 ein ganz besonderer Event gebildet: "Les Grand Dames de la Méditerranée – 15 Jahre "Wie es ihr gefällt" stellt einige der in ihrem Heimatland herausragenden, gestandenen Künstlerinnen vor, die an der musikalischen und kulturellen Entwicklung des jeweiligen Landes maßgeblich beteiligt waren und sind. Jede Künstlerin bezieht sich in ihrem Schaffen auf ihre jeweiligen Wurzeln, die musikalischen Genres sind dabei genauso vielseitig wie die Künstlerinnen selbst. Sowohl internationale als auch in Berlin lebende Künstlerinnen werden dabei integriert. Stattfinden wird dieses Festival vom 10. bis 18. November in der Berliner Kulturbrauerei und der Passionskirche – 9 Tage mit Konzentration auf die Kultur der Musikerinnen des Mittelmeer-Raumes. Das Festival wird ein Fokus sein auf die Kultur der häufig auch im Exil lebenden Musikerinnen in ihrer ganzen Schönheit, Klarheit, Unterschiedlichkeit.

Mit Diamanda Galás, Maria del Mar Bonet, Reem Kelani, Sapho, Angelique Ionatos, Souad Massi, Aynur, Badi Assad, Laura Lopez Castro, Anat, Sir Alice, Spinster Sisters, Larry Peacock, Ellen Fricke, Anna Clementi, Claudia Sgarbi, Iris ter Schiphorst, Natalia Pschenitschnikova, Sibylle Pomorin, Monika Bloss (Vortrag), Marisa Maza (Videoinstallation)

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Botschaft von Spanien, dem Bureau Export de la Francaise u.a.

2005
ERINNERN IST HÖRBAR – HÖRBAR IST ERINNERN

Viktor Ullmann
"Der Kaiser von Atlantis - Der Tod dankt ab"

12.11.05, 20:00 Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Studiosaal, Berlin
28.11., 20:00 Roxy, Prag

"Unser Kulturwille war unserem Lebenswillen adäquat" Viktor Ullmann

Der Schönberg-Schüler Viktor Ullmann trat 1923 erstmals mit eigenen Werken in Erscheinung, schrieb in den zwanziger und dreißiger Jahren u.a. Kammermusik, Streichquartette, Symphonien und die vier Opern „Der Fremde", „Der Sturz des Antichrist", „Peer Gynt" und „Der zerbrochene Krug". Der jüdische Komponist war im Laufe seiner Karriere musikalischer Leiter an einigen wichtigen Häusern in Prag und Zürich und arbeitete für den tschechoslowakischen Rundfunk. Nach der Besetzung Prags durch die Nazis wurde Ullmann 1942 bis Herbst 1944 in Theresienstadt interniert, wo er wie viele der Häftlinge zur „Freizeitgestaltung" beizutragen hatte. Er schuf dort insgesamt 24 Werke, meist Lieder und Chöre und die Oper "Der Kaiser von Atlantis – Der Tod dankt ab". Mit Mitgefangenen versuchte er, eine Aufführung zu realisieren, die aber in letzter Minute von der SS-Führung des Lagers verboten wurde. Der Komponist konnte die Uraufführung seiner Oper nicht mehr erleben, denn mit einem der letzten Transporte wurde er nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die rund 50 erhalten gebliebenen Werke Ullmanns bezeugen seinen außerordentlichen kulturhistorischen Rang. Ihm und anderen Theresienstädter Komponisten wurde in den letzten Jahrzehnten ein allmähliches Erinnern zuteil. Das Leben und Wirken dieser ermordeten Komponisten kann man über deren Werke erfahren und "erleben". Der Leidensweg, den diese Menschen erdulden mussten, ist und bleibt grausame Endgültigkeit, aber das Hörbarmachen ihrer Gedanken und Empfindungen bringt sie ein Stück zurück.

Mit den Aufführungen von "Der Kaiser von Atlantis – Der Tod dankt ab" soll deshalb besonders ein junges Publikum an das Thema und die Musik herangeführt werden. Die mitwirkenden deutschen und internationalen Musiker und Sänger des Ensembles sind junge Studierende/Absolventen, die diese Aufführung neben ihrer Ausbildung mit einem professionellen Leitungsteam erarbeiten.

Die Produktion und Aufführung der Oper "Der Kaiser von Atlantis", die eine Parabel um Macht, Tod und Vernichtung ist, entwickelt für alle Beteiligten eine Art historische
Tiefenschärfe - nicht zuletzt vor der geographischen Gegenüberstellung der beiden historisch relevanten Aufführungsorte: Berlin und Prag.


Regie: Cornelia Heger, Musikalische Leitung: Christian Fröhlich, Bühne/Kostüm: Sabine Hilscher

Solisten: Kaiser: Kai Uwe Fahnert, Harlekin: Christoph Schroeter, Tod: Tye Thomas, Bubikopf :Lisa Laccisaglia, Soldat: Markus Vollberg, Trommler: Christina Khosrowi, Lautsprecher: Ingo Witzke
Erzähler/Tänzer: Vivian Lüdorf und Mitglieder des Instrumentalensembles der HfM "Hanns Eisler" Berlin

Gefördert durch das Goethe-Institut, Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds und Fonds Soziokultur



GRENZERFAHRUNG IN GRENZBEREICHEN

Ein Dokumentar
spielfilm- und Theaterprojekt in Görlitz/ Zgorcelec

Welche Probleme gibt es, mit denen die Bewohner in der Grenzstadt Görlitz/Zgorzelec konfrontiert werden? Was verursacht auch innerlich Grenz-Situationen? Welches sind die emotional am stärksten besetzten Themen hier vor Ort? Worüber regen sich z.B. die Görlitzer in Polen auf, worüber die Zgorcelecer in Deutschland? Welche Leute gehen über die neue Brücke zwischen diesen beiden Grenzstädten und zu welchem Zweck?
Wir haben ausführlich recherchiert, diesbezüglich Kontakte mit Menschen aus der Grenzstadt aufgenommen, die Umstände vor Ort, die Gedanken und Gefühle der Bewohner dieser Regionen in Erfahrung gebracht und sie mit dem Mitteln des Theaters und des Filmes umgesetzt.
NOVITÄT:
Es wird eine interaktive Theaterform in das Filmemachen einbezogen, welche die gleichzeitige Wahrnehmung, Bewusstmachung und Änderung von Zuständen im Bewusstsein und in der Realität durch den gezielten Einsatz von künstlerisch-dramaturgischen Mitteln beinhaltet.
Es gibt bisher noch keinen Film dieser Art, in welchem solcherart experimentelles Theater als interaktiver Bestandteil eines Dokumentarspielfilmes eingesetzt wird. Das ist das Einzigartige und Neue dieses Projektes bezüglich der formalen Umsetzung der Inhalte.In dieser Form können wir nicht nur die Konflikte selbst, sondern vielmehr ihre Bewusstwerdung dokumentieren und damit Gegebenheiten so verdeutlichen, dass sie real verändert werden können. Somit wird nicht zuletzt auch dem Zuschauer des fertigen Produktes Film seine eigene Geschichte vor Augen geführt und zeigt ihm Methoden und Wege, sie bewusst zu verändern/gestalten. Wichtig ist daher, dass der fertige Film in die Stadt zurückkehrt und den Menschen vor ort ihre eigene Geschichte vor Augen führt.

Das Projekt wird im Rahmen des Deutsch-Polnischen Jahres unter der Schirmherrschaft der Kulturbürgermeister von Görlitz und Zgorzelec stattfinden.

Ein Projekt des MitOst e.V. in Zusammenarbeit mit dem Edith-Stein-Haus in Wroclaw (Breslau).
Der Trailer des Filmes wird auf dem MitOst-Festival in Breslau erstmalig gezeigt, der fertige Film kommt ab Anfang nächsten Jahres in verschiedene internationale Programmkinos.


2004
Ostwelle Berlin am 1.05.04, Kesselhaus der KulturBrauerei
Die besten Berlin-Songs junger Berliner Bands mit osteuropäischer Geschichte

Bandwettbewerb für osteuropäische Musiker aus Berlin anlässlich der Feierlichkeiten zur EU-Osterweiterung. Acht junge Berliner Bands mit osteuropäischem Hintergrund wurden aus zahlreichen Einsendungen von einer Jury ausgewählt und präsentierten hier ihre eigenen Lieder über das Leben in Berlin. Mit dem Festival OSTWELLE BERLIN wurde eine Plattform für osteuropäische Musiker geschaffen und eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Heimat in der Fremde" angeregt. Deutlich wurde, wie produktiv der Berliner Ost-West-Schmelztiegel wirkt und welche Chancen in der kulturellen Offenheit der Stadt liegen. Die beteiligten Musiker feiern mit ihren Liedern das Leben in ihrer alten neuen Heimatstadt Berlin – jeder und jede auf ihre Art, mal etwas euphorischer, mal nachdenklicher und kritisch. Aber alle sind sich einig, nur in Berlin zu Hause zu sein.
Ein Projekt der Robert-Bosch-Stiftung in Kooperation mit dem Kulturbrauerei e.V. Berlin und dem Mitost e.V.

Mit DIE LINKSHÄNDERFRAKTION, KATJAA, TRIO SCHO & KARSTEN TROYKE
THE TRANSSYLVANIANS, DI GRINE KUZINE, MALENKI FUN ORCHESTER
BOLSCHEWISTISCHE KURKAPELLE SCHWARZ-ROT, DR. BAJAN

Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung und die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin

2003
SKIF-Festival Berlin 2003, 4.+5.7.03, KulturBrauerei
Im Rahmen der Russischen Kulturtage in Deutschland

SKIF (Sergey Kuryokhin International Festival) gründet sich auf den wohl bekanntesten russischen Jazz-, Improvisations- und Poppianisten und Komponisten Sergey Kuryokhin, der wie kein anderer die sowjetische Musikszene der 80er Jahre beeinflusste. „Besonders mit seinem Bandprojekt Pop-Mechanika hat er seinen Mitmusikern, anderen beteiligten Künstlern und vielen Tausenden von begeisterten Zuschauern und –hörern eine reale Vorstellung von wahrer Avantgarde vermittelt." (INTRO, Juli 2000). Sergey Kuryokhin hat zeitlebens auch mit westlichen Musikern und Kunstschaffenden gearbeitet, darunter der DJ Westbam, die Avantgardejazzer Fred Frith und David Moss, Laurie Anderson und der Künstlerin Rebecca Horn. Sergey Kuryokhin starb, kaum 40jährig, Mitte der 90er Jahre.Seine Witwe Anastasija gründete daraufhin die Sergey Kuryokhin-Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, unter ihrer Schirmherrschaft alljährlich alle maßgeblichen russischen und internationalen Musiker zu einem 4-tägigen Festival nach St. Petersburg einzuladen, um die zeitgenössischen musikalischen Strömungen aufzuzeigen und zu dokumentieren. 2003 konnte dieses Festival zum ersten Mal in Berlin realisiert werden.
Mit John Cale (USA), Holger Czukay (D), Peter Brötzmann (D), Rebecca Horn (D), Fred Frith (USA), Tarwater (D), Staalplaat (NL), Robotobibok (PL), NEUROBOT (PL)
NIKAKOI (GE), Sensor (D), the beige oscillator & dj attaché (D), Cloud Comission (NL), Frankenstein´s Ballet (D), Wladimir Wolkow (RU), Auktyon (RU), Ole Lukkøye (RU), Poslednie Tanki w Parishe (RU), Markscheider Kunst (RU), Sedmaja Woda (RU), TMC (RU), Leonid Soybelman (RU), Ewelina Petrowa (RU), Aposition Orchestra (RU), Iwa Nowa (RU), RotFront (RU), Pushkin Boom Beat (D), Messer Chups (RU), Tres Muchachos (RU), Nado Podumat´ (RU)

Gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, die Bundeskulturstiftung und das Auswärtige Amt

2002
KAIROS QUARTETT: Fünf Fenster auf Gegenwart und Zukunft des Streichquartetts
Jan-Mai Kesselhaus, KulturBrauerei

Mit den „Fünf Fenstern" auf Musik für Streichquartett nach 1950 bot sich in Berlin erstmals die Gelegenheit, eine repräsentative Auswahl richtungsweisender Werke aus aller Welt aus diesem Hunderte von Komponisten umfassenden Repertoire zu erleben. Die Konzertreihe ermöglichte die Standortbestimmung einer Gattung, die in den letzten 50 Jahren ihre Schlagkraft und Ausstrahlung nicht nur erhalten, sondern sogar ausbauen konnte. Dabei blieb sie bis heute Prüfstein kompositorischen Könnens.
Im Anschluss an die Konzerte fanden offene Gesprächsrunden zwischen dem Publikum, eingeladenen Komponisten und den Musikern statt, um der kommunikativen Einseitigkeit konventioneller Konzerte entgegenzutreten. Die Berliner Kulturbrauerei bot dazu mit dem Kesselhaus einen Ort, dessen Ambiente und Architektur eine individuelle und offene Gestaltung der Abende erlauben.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin


Oberton - Phänomen der Stimme, 23.+24.11.02
Haus der Kulturen der Welt
Die Tradition der Mongolei und Tuwa und ihre westliche Interpretation
Konzerte, Vorträge, Lesungen, Workshops und eine Mongolische Nacht


Obertongesang ist eine Gesangstechnik, bei der mit einer Stimme zwei Töne gleichzeitig erzeugt werden. Etwa zwei Oktaven über dem Grundton entsteht eine zweite Melodie zur Stimme, deren Tonfolge aus der Obertonreihe des Grundtons stammt. Durch Resonanzverstärkung werden im Mund-Rachenraum einzelne Obertöne der Stimme so verstärkt, dass sie lauter werden, als der Grundton. Obertöne bestehen aus einer bestimmten Folge von Tonintervallen, die man Obertonreihe nennt. Sie entstehen überall dort, wo eine harmonische Schwingung auftritt. Diese natürliche, jedem Menschen angeborene Fähigkeit, seine Stimme in mehrere getrennte Töne aufzuspalten, wurde im modernen Europa erst um 1970 entdeckt, vor allem durch Pioniere wie Karlheinz Stockhausen, Michael Vetter und Roberto Laneri in Europa, bzw. David Hykes in den USA. In Zentralasien (Tuva, Mongolei, Tibet, rund um das Altai-Gebirge) pflegt man seit Jahrhunderten den Khöömij, eine uralte Tradition des Obertongesangs. Seit Mitte 1980 nimmt die Zahl der verfügbaren Aufnahmen dieser neuen Klänge schnell zu. Seit dem Fall des eisernen Vorhangs haben wir auch in Europa Gelegenheit, die bis dahin fast unbekannte Musik aus Tuva und Mongolei live zu erleben.

Mit Tuva Kyzy (Tuwa), Börte (MN), Alimaa (MN), Yat-Kha (Tuwa), Hosoo (MN), Arjopa-Team (DE), Wolfgang Saus (DE), Katja Lange-Müller (DE), Sven Grawunder (DE), DJ Minsky (DE)

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin

Lokalnye Matadory, Sept-Dez 2002
Kunsthaus ACUD
In Zusammenarbeit mit dem DOM KULTURY BERLIN (eine Initiative des Vereins i.G. Freunde Osteuropas) und der Initiative Kulturkreuzer Potemkin wurde eine monatliche Reihe für bereits in Berlin ansässige, osteuropäische Musiker ins Leben gerufen. Den meist noch sehr jungen Musikern sollte damit eine Chance gegeben werden, sich auf einer professionellen Bühne mit hochwertigem technischem Equipment präsentieren zu können. Bisher konnten sich die meisten dieser Musiker lediglich bei Wohnungskonzerten und in illegalen Kellern profilieren, deren regelmäßige Vakanz und adäquate Bewerbung schon durch die Rechtswidrigkeit und die stets drohende Schließung unmöglich ist. In dieser Form ist eine professionelle Weiterentwicklung der Musiker nicht gegeben.
Mit Sasha Pushkin, Malenki Fun Orchester, Dr. Bajan, Kriwi, Unterwasser u.v.a.
Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin

2000-2001
III. Spanischer Klassiksommer, Sommer 2001
Der Spanische Klassiksommer, inzwischen eine kleine Institution für die Liebhaber ernster spanischer Musik, fand nun zum dritten Mal in Berlin statt. In jedem Jahr folgt das Programm einem bestimmten Leitmotiv. 1999 spannte es einen bunten, sowohl stilistischen als epochalen Bogen von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert. Dem traditionellen spanischen Theater, der Zarzuela, widmete sich der Klassiksommer im Jahr darauf. Dieses Jahr beschäftigte sich das Festivalprogramm mit der rhythmischen „Exotik" der spanischen Klassik, widergespiegelt in der percussiven Instrumentierung mit Kastagnetten sowie im Tanz. Partner für das diesjährige Vorhaben sind Kulturhaus Spandau, Internationale Gesellschaft für künstlerisches Kastagnettenspiel e.V. (IgkK e.V.), Spanische Botschaft, Berliner Zeitung. Hervorzuheben war die Anwesenheit von José de Udaeta, der wohl bedeutendste, lebende Kastagnettenkünstler überhaupt. Einen weiteren Höhepunkt bildete das Spanish-Art-Guitar-Quartet, daß neben den legendären Romero-Brüder, zu den profiliertesten und repertoirereichsten weltweit gehört.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin

Cantina Flamenca, jeden zweiten Donnerstag, Alte Kantine, KulturBrauerei
Endlich hatte Berlin einen monatlichen jour fix für seine immer größer werdende Flamencoszene. Auftritte fanden in einem authentischen Ambiente ohne Kitsch, und fernab von hochstilisierten Produktionen statt. Flamenco im traditionellen Stil zeigte sich neben zeitgenössischen Entwicklungen. Da waren ein Fusionprojekt mit indischen Percussionisten oder eine Tanzperformance mit aus andalusischen gitanos und Roma aus Anatolien ebenso willkommen wie ein Barockensemble, dessen Werke sich mit Flamencofrühformen kreuzen. In der Cantina Flamenca traten sowohl die local heros als auch internationale Stars gleichwohl auf: Companía Flamenca Ana María Amahi, Magna Mata Flamenco, Pura Vida – Azabache, Maria Serrano, Michio Woirgardt, Guitar Duo & the Karnataka College of Percussion.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin

Africolor, 22.12.2001
Kesselhaus, KulturBrauerei
Das Festival „Africolor" stammt aus Frankreich und findet seit 1989 alljährlich zu Weihnachten im Théâtre Gérard Philipe in Paris Saint-Denis statt. Zwei Festivalabende am Wochenende vor Weihnachten widmen sich inhaltlich jeweils einer Region oder einem aktuellen Thema vom afrikanischen Kontinent, während das Konzert am 24.12. traditionell der malinesischen Kultur vorbehalten ist. Seit dem vergangenen Jahr haben sich der Name und das Konzept des Festivals aufgrund seines großen Erfolgs auch auf weitere Spielorte in und um Saint-Denis ausgeweitet. So findet das Festival Africolor 2001 vom 14. bis zum 25. Dezember an insgesamt acht Spielorten statt. Organisiert wird das Africolor von Accent Aigu, einer gemeinnützig arbeitenden Agentur, die von Phillipe Conrath im Auftrag des französischenKultusministeriums gegründet wurde und geleitet wird. Bei Africolor steht die langfristige Entwicklung von Künstlern, ein tiefgründiges Interesse an der Musik und die subtile Vermittlung von Inhalten im Vordergrund. Am 22.12. fand in der KULTURBRAUEREI die Auftaktveranstaltung zu Africolor statt. Danach soll dieses Festival regelmäßig zur Weihnachtszeit auch in Berlin afrikanische Kultur präsentieren.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin


OST(t)Räume, Kunst und Kultur aus Osteuropa Feb-Dez 2001 auf dem Gelände der KulturBrauerei

In Berlin ist der kulturelle Einfluss der aus osteuropäischen Ländern emigrierten Mitbürger erheblich gewachsen. 2001 gab es in Berlin noch keinen Veranstaltungsort, der auf osteuropäische Kultur und Musik spezialisiert war oder über eine längere Zeit eine in sich zusammenhängende Reihe angeboten hätte. Die gängige Weltmusikszene wurde immer noch von Künstlern aus Afrika, Lateinamerika und Asien dominiert. Trotzdem bestand in der Kulturszene ein großes Interesse an Osteuropa. Dazu gab es auch unter den zahlreich aus Russland, Polen, Tschechien, Serbien, Kroatien und Ungarn eingewanderten Mitbürger ein großes Zuschauerpotential (allein aus Russland 200.000 Bürger in Berlin). Deshalb stießen wir mit der osteuropäische Reihe „OST(t)Räume“ buchstäblich auf offene Türen. Ein- bis zweimal pro Monat wurde junge, zeitgenössische Kunst und Kultur aus den Genres Musik, Theater, Performance und Film präsentiert. Ziel war es, Kultur aus Osteuropa zu unterstützen und wie der Name schon sagt, Räume für kreative Begegnungen zu schaffen.

Mit Huun Huur Tu (Tuva, RU), Yat Kha (Tuva, RU), Vera Bila (CZ), Dániel Sz. Szabó, Károly Binder, Agnes Lakatos (HU), Ole Lukkoye (RU), Pavel Fajt & Stepanida Borisova (CZ/RU), Metamorphosis (CZ/AU), NXA (RU), Paprika Korps (PL), Di Grine Kuzine, The Transsylvanians (D), Mumiy Troll (RU), Vershki do Koreshki (PL, RU) u.v.m.

Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung und die Stiftung West-Östliche Begegnungen